Der Zyklus der Schöpfung

Eine elfische Schöpfungslegende aus Quenris

Am Anfang war das Nichts – das Nichts umgab das Sein, doch sah Yrinor, dass das Sein unvollkommen war. Und so schuf er nach seinem Abbild seine Kinder. Er schuf sechs an der Zahl und erfreute sich an ihrer Schönheit und an der Vollkommenheit seines Werkes. Und er pflanzte sechs Bäume, für jedes der Kinder einen, ein jeder unterschiedlich in Form und Farbe, ja selbst der Duft der Knospen und der Geschmack der Früchte unterschied sich voneinander.

Eines Tages rief Yrinor seine Kinder zu sich und sprach: „Ein jeder von Euch soll wählen, ein jeder soll von einem Baum eine Frucht kosten. Wählt frei nach Eurem Willen, und dies wird Euch einzigartig machen und voneinander unterscheiden. Wählt weise, denn habt Ihr erst die Frucht des Baumes geschmeckt, so werdet Ihr Eins mit ihrer Eigenschaft“. Und so wählten Sie, ein jeder nach seinem Willen. Ein jeder aß die Frucht und wurde Eins mit seinem Baum.

Und so nennen wir die Kinder Yrinors, und dies sind die von den Bäumen ihnen gegebenen Talente:

Aidere:
Sie steht für die Natur, das Leben und die Fortpflanzung. Der Wandel der Jahreszeiten obliegt ihr, und alles, das wächst und gedeiht ist Ihr Untertan.
Ihr Symbol ist der Baum des Lebens.

Dalris:
Er steht für Wahrheit und Gerechtigkeit. Er wird auch „der Suchende“ genannt. Er reitet auf einem Greifen und trägt die Bücher der Wahrheit und Chroniken der Gerechtigkeit, um allgegenwärtig Kunde davon zu tun.
Sein Symbol ist ein reich verziertes Signalhorn.

Faralis:
Er steht für das Wissen, den unermüdlichen Drang, Wissen zu sammeln und in Büchern zu forschen. Die Elfischen Bibliotheken tragen stehts sein Symbol oder Abbild in ihrem Wappen.
Sein Symbol ist das Buch.

Haevion:
Er steht für den Kampf. Als Ältester der Söhne Yrinors fühlt er Schmerz und Zorn in seinem Herzen und befindet sich in ständigem Streit mit seinem Bruder Bygar. Er wird als strahlende Erscheinung, anmutig auf einem weißen Schlachtross reitend, dargestellt. Sein Schwert erstrahlt in der Finsternis und läutert alles Böse.
Er ist der Patron der Elfischen Kriegsakademie, in dem die Lichtkrieger Ihre Ausbildung erhalten, um für das Gute und das Licht zu streiten. Die beiden Wege des Kampfes und des Glaubens werden dort gelehrt. Der mächtige Orden „Haevions Banner“ begründet auf dem Willen, auch nur den kleinsten Funken Finsternis auszulöschen.
Sein Symbol ist der strahlende Stern.

Lydriel
Sie steht für die Magie. Ihr feines aus Sternenlicht gewebtes Kleid ist verwoben mit den Essenzen der Magie, über die sie wacht. Sie ist es, die Neugeborenen das magische Talent während eines Traumes zukommen lässt. Dieser Traum wird „Schlaf der Prüfung“ genannt, weil Lydriel den Geist des Kindes prüft, ob er ihren Ansprüchen genüge tut, und sie Ihr Geschenk dem Geiste übergeben kann.
Die Magieakademien tragen das Zeichen Lydriels als Ihr Wappen.
Ihr Zeichen ist ein Drache.

Fyndorir
Sehr wenig ist über dieses Sohn des Gottvaters bekannt. Es heißt, der Vater selbst habe sich in seiner Schöpfung in Ihm verewigt, um seinen Schöpfungskindern im Kampfe wider der Finsternis beizustehen.
Auch sein Symbol ist der strahlende Stern.

Nur Bygar, der jüngste Sohn, wollte sich nicht verändern. Er steckte die Frucht unter sein Gewand, ohne sie zu essen, wo sie zu verdorren begann. Gottvater Yrinor bemerkte dieses, denn der Geruch der Frucht begann bitter und faulig zu werden, und er sprach „Mein Sohn, habe ich Dir auch einen Baum gepflanzt, der reiche Frucht trägt? Habe ich Dir nicht die gleichen Talente offenbart wie deinen Geschwistern? – Warum betrügst du mich um meine Schöpfung? – Auch deine Frucht ist ein Teil meiner Schöpfung. Nun wirst du sie essen müssen, auch wenn sie bitter und faulig schmeckt, denn Du alleine hast diesen Weg gewählt.“ Bygar jedoch antwortete:“Wenn ich sie nicht esse, was geschieht dann? Willst du mich vertreiben aus deiner Schöpfung?“ – „Nein, das werde ich nicht, denn Du bist es, der sich meiner Schöpfung entziehen will. Ich werde deinen Ungehorsam nicht dulden und werde dich lehren, den Hunger der Seele zu spüren.“ Bygar wurde nun rasend vor Wut und warf seine verdorrte Frucht in das Nichts, das Ihn umgab. „So, nun hast du gewählt“, sprach Yrinor. „Dein Talent wird das Gegenteil sein von denen Deiner Geschwister. Das Gleichgewicht meiner Schöpfung muss gewahrt bleiben. Und so geschah es, dass Bygar für jenes steht, für das er von den Mächten der Finsternis verehrt wird.

Die anderen Fünf Kinder Yrinors jedoch wurden Eins mit Ihren Talenten. Ein jeder von Ihnen hat die Eigenschaften, die Yrinor ihnen zugedacht hatte, und wird mit einem eigenen Symbol dargestellt. Ein jeder Elf wählt in einer einzigartigen Zeremonie seinen Gottessohn oder seine Gottestochter, der er sich durch Wort und Tat verpflichtet. Über Allen jedoch steht Yrinor.

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